Carport-Maße: Einzelcarport und Doppelcarport richtig planen
Ein Carport muss breiter sein als das Auto mit Außenspiegeln und lang genug, damit Klappe, Fahrrad oder Mülltonne Platz finden. Die gesetzlichen Mindestmaße für Stellplätze sind nur die Untergrenze – planen Sie mit Ihren eigenen Messwerten.
Kurz gesagt
Für die Breite zählt das Auto mit Außenspiegeln plus genug Platz, um die Türen zu öffnen und bequem auszusteigen. Für die Länge zählt die Fahrzeuglänge plus Raum vor und hinter dem Auto. Die Garagen- und Stellplatzverordnungen der Länder nennen Mindestmaße für Stellplätze – in Niedersachsen etwa 5 m Länge und 2,30 bis 2,50 m Breite – das ist die rechtliche Untergrenze, nicht das bequeme Maß. Wer ein großes Auto, Kinder oder ein E-Auto mit Ladekabel hat, plant großzügiger. Ob der Carport verfahrensfrei ist, hängt vom Bundesland ab.
Einzelcarport: Breite und Länge
Die Breite: das Auto mit Spiegeln messen
Herstellerangaben zur Fahrzeugbreite gelten in der Regel ohne Außenspiegel. Darauf weist der ADAC hin und rät, die Breite über die Spiegel selbst zu messen – mit einem Zollstock bei geöffneten Seitenfenstern. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt der ADAC am VW Golf: Die erste Generation war weniger als 1,80 m breit, der Golf VIII kommt mit Spiegeln auf mehr als 2,07 m.
Zur Fahrzeugbreite kommt der Platz zum Aussteigen. Dafür gibt es keinen Normwert, der für alle passt – es hängt von der Türlänge, Ihrer Statur und davon ab, ob Kindersitze genutzt werden. Am zuverlässigsten ist ein einfacher Test: Parken Sie neben einer Wand, öffnen Sie die Fahrertür so weit, wie Sie es zum bequemen Aussteigen brauchen, und messen Sie den Abstand von der Karosserie bis zur Türkante. Das wiederholen Sie auf der Beifahrerseite, wenn dort regelmäßig jemand aussteigt.
Was die Garagenverordnungen vorgeben
Die Länder regeln Mindestmaße für Stellplätze in eigenen Garagen- bzw. Stellplatzverordnungen. Als Beispiel: Die Niedersächsische Garagen- und Stellplatzverordnung verlangt in § 4 für einen notwendigen Einstellplatz mindestens 5 m Länge und je nach seitlicher Begrenzung 2,30 m (keine Bauteile an den Längsseiten), 2,40 m (eine Seite begrenzt) oder 2,50 m (beide Seiten begrenzt) Breite; barrierefreie Plätze brauchen 3,50 m. Andere Länder haben ähnliche, aber nicht identische Regeln – Hessen etwa in der Garagenverordnung von 2024 (§ 5 «Stellplätze und Fahrgassen»).
Hinweis: Diese Werte sind Mindestmaße für vorgeschriebene Stellplätze. Ein Auto, das mit Spiegeln über 2 m breit ist, lässt auf einem 2,30 m breiten Platz kaum Raum zum Aussteigen. Der ADAC fordert seit Jahren breitere Stellplätze.
Ein Pfosten oder eine Wand neben dem Stellplatz wirkt wie eine Begrenzung: Dort lässt sich die Tür nur bis zu diesem Hindernis öffnen. Prüfen Sie deshalb, wo die Pfosten des Carports stehen – nicht nur, wie breit das Dach ist.
Die Länge: mehr als nur das Auto
Die Länge Ihres Autos steht im Fahrzeugschein oder im Datenblatt. Dazu kommt, was vor und hinter dem Auto passieren soll:
- Heckklappe oder Kofferraum öffnen, ohne dass das Auto dafür aus dem Carport rollen muss
- Durchgang vor der Motorhaube, etwa zur Haustür oder zum Garten
- Abstellfläche für Fahrräder, Mülltonnen oder einen Anhänger
- Ladeanschluss beim E-Auto: Wo sitzt die Ladeklappe, wo hängt später die Wallbox? Das Kabel braucht einen Weg, über den niemand stolpert
Bei einem Dach, das über die Pfosten hinaussteht, kann ein Teil des Autos unter dem Überstand stehen. Entscheidend ist dann, ob Regen bei Schräglage oder Wind noch bis an die Fahrzeugfront kommt – das hängt vom Standort ab.
Doppelcarport
Für zwei Autos rechnen Sie nicht einfach «zwei Einzelplätze nebeneinander». Wichtig ist, ob zwischen den Fahrzeugen ein Pfosten steht und wie viel Platz in der Mitte bleibt:
- Ohne Pfosten in der Mitte teilen sich beide Autos den Raum zwischen sich. Die Türen auf der Innenseite öffnen sich in denselben Zwischenraum – wenn beide gleichzeitig aussteigen, wird es eng.
- Mit Pfosten in der Mitte gilt jede Hälfte als eigener, einseitig begrenzter Platz.
- Zwei unterschiedlich große Autos: Planen Sie die Breite nach dem breiteren Fahrzeug und denken Sie an einen möglichen Autowechsel. Ein Doppelcarport steht Jahrzehnte, die Autos wechseln öfter.
Auch die Zufahrt zählt. Ein Doppelcarport, in den Sie schräg oder aus einer engen Straße einfahren müssen, braucht mehr Breite als einer mit gerader Anfahrt. Die Stellplatzverordnungen regeln dafür auch Fahrgassenbreiten – bei einer Privateinfahrt hilft vor allem ein Probeparken mit Markierungen auf dem Boden.
Höhe
Für die Höhe zählt das höchste Fahrzeug, das darunter stehen soll – mit Dachträger, Dachbox oder Fahrradträger auf dem Dach. Bei Transportern oder Wohnmobilen reicht ein üblicher Carport oft nicht.
Zwei Punkte werden oft übersehen:
- Gefälle: Ein Carportdach ist geneigt, damit Wasser abläuft. Die niedrigste Stelle des Dachs bestimmt, was durchpasst – nicht die höchste.
- Einfahrt mit Steigung: Steigt die Einfahrt zum Carport an oder fällt sie ab, verändert sich der Abstand zwischen Autodach und Dachunterkante beim Einfahren.
Baurechtlich spielt die Höhe ebenfalls eine Rolle: In den meisten Ländern sind Garagen einschließlich überdachter Stellplätze nur bis zu einer mittleren Wandhöhe von 3 m verfahrensfrei (siehe unten).
Faustformel mit Rechenbeispiel
Für eine erste Planung reicht diese Rechnung:
Breite innen = Fahrzeugbreite mit Spiegeln + Platz zum Aussteigen links + Platz rechts (nur wenn dort jemand aussteigt oder etwas abgestellt wird)
Länge = Fahrzeuglänge + Platz für Heckklappe oder Durchgang + Abstellfläche
Ein Beispiel mit angenommenen Werten (Ihre Maße messen Sie selbst):
| Posten | Beispielwert |
|---|---|
| Fahrzeugbreite mit Spiegeln (gemessen) | 2,10 m |
| Tür Fahrerseite, gemessen beim Aussteigen | 0,60 m |
| Beifahrerseite: nur gelegentlich genutzt | 0,30 m |
| Lichte Breite zwischen den Pfosten | 3,00 m |
| Fahrzeuglänge laut Fahrzeugschein | 4,50 m |
| Raum zum Öffnen der Heckklappe | 0,50 m |
| Benötigte überdachte Länge | 5,00 m |
Das Ergebnis vergleichen Sie mit dem lichten Maß des Carports, also dem Abstand zwischen den Pfosten – nicht mit dem Außenmaß des Dachs. Bei vielen Carports liegen die Pfosten innerhalb der Dachfläche, das lichte Maß ist dann kleiner als die Dachbreite. Umgekehrt kann ein Dach, das über die Pfosten hinaussteht, mehr überdachte Länge bieten, als der Pfostenabstand vermuten lässt.
Tipp: Markieren Sie die Pfostenstandorte mit Kreide oder Klebeband auf dem Boden und parken Sie ein paar Tage zur Probe. Das zeigt schneller als jede Rechnung, ob Türen, Kinderwagen und Mülltonnen Platz haben.
Größe und Genehmigung
Für die Genehmigung zählt vor allem die Fläche: Die Musterbauordnung stellt Garagen einschließlich überdachter Stellplätze bis 50 m² Brutto-Grundfläche verfahrensfrei, ein Doppelcarport mit 6 × 5 m = 30 m² liegt also deutlich darunter – die Länder weichen aber ab. Was in Ihrem Bundesland und an der Grundstücksgrenze gilt, steht in der Übersicht Baugenehmigung je Bundesland. Stand: Oktober 2026, keine Rechtsberatung.
Freeline-Größen
Der Freeline von ALUXIL ist ein freistehendes Aluminiumdach, das keine Hauswand braucht. Es gibt ihn in zwei Größen:
| Ausführung | Größe (Breite × Tiefe) | Gedacht für |
|---|---|---|
| FL-1 | 3,0 × 5,0 m | ein Fahrzeug |
| FL-2 | 6,0 × 5,0 m | zwei Fahrzeuge |
Die hinteren Pfosten sind eingerückt, das Dach steht dort über. Wie viel lichte Breite und Durchfahrtshöhe für Ihr Auto bleibt, sehen Sie am besten im 3D-Modell auf der Produktseite: Es lässt sich drehen und zeigt Beschriftung und Maße. Mit Solar-Eindeckung wird aus dem Freeline ein Solarcarport. Rechnerisch hat der Einzelcarport 15 m² und der Doppelcarport 30 m² Dachfläche – ob das in Ihrem Bundesland verfahrensfrei ist, klärt Ihre Bauaufsicht. Statik und technische Unterlagen stellt ALUXIL für die Bauaufsicht bereit; eine nötige Genehmigung beantragen Sie als Bauherr.
Ob das Dach frei stehen oder am Haus befestigt sein soll, vergleicht der Ratgeber Carport am Haus oder freistehend. Wohin das Wasser vom Dach läuft, erklärt der Beitrag zur Entwässerung beim Carport.
Häufige Fragen
Wie breit muss ein Carport für ein Auto sein?
Rechtlich verlangt etwa die niedersächsische Garagen- und Stellplatzverordnung 2,30 bis 2,50 m Breite für einen Stellplatz, je nachdem, ob Wände oder Pfosten daneben stehen. Bequem ist das für heutige Autos selten. Messen Sie die Breite über die Außenspiegel und rechnen Sie den Platz dazu, den Sie zum Öffnen der Tür brauchen. Entscheidend ist das lichte Maß zwischen den Pfosten, nicht die Dachbreite.
Welche Breite brauchen zwei Autos?
Planen Sie nach dem breiteren Fahrzeug und rechnen Sie den Türraum auf beiden Außenseiten und in der Mitte. Steht kein Pfosten zwischen den Autos, teilen sich die inneren Türen denselben Zwischenraum. Ein Doppelcarport mit 6 m Breite bietet viel Spielraum, aber auch hier hilft ein Probeparken mit Bodenmarkierungen, bevor Sie bestellen.
Wie lang sollte ein Carport für ein SUV oder E-Auto sein?
Die Fahrzeuglänge steht im Fahrzeugschein. Dazu kommen Platz zum Öffnen der Heckklappe und, beim E-Auto, der Weg des Ladekabels von der Ladeklappe zur Wallbox. Liegt die Ladeklappe vorne, sollte die Wallbox so sitzen, dass das Kabel nicht quer über den Gehweg läuft. Ein Dachüberstand kann zusätzliche überdachte Länge bringen.
Welches Maß zählt: Innenmaß oder Außenmaß?
Für das Parken zählt das Innenmaß, also der freie Raum zwischen den Pfosten und die Höhe unter der niedrigsten Stelle des Dachs. Das Außenmaß ist für Grundfläche, Abstandsflächen und die Frage wichtig, ob der Carport verfahrensfrei ist. Fragen Sie bei jedem Anbieter beide Werte ab.
Freeline gibt es für ein Fahrzeug (3 × 5 m) oder für zwei (6 × 5 m). Im 3D-Modell auf der Freeline-Seite sehen Sie Maße und Pfostenstellung, bevor Sie eine Anfrage senden.