Baugenehmigung für
Terrassenüberdachung & Carport.

Was in welchem Bundesland ohne Genehmigung gebaut werden darf — direkt aus dem Wortlaut der Landesbauordnungen, mit Fundstelle und Link. Viele Ratgeber sind veraltet: Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen haben ihre Regeln 2025 und 2026 geändert.

Verfahrensfrei heißt nicht: alles erlaubt

Die Landesbauordnungen sagen ausdrücklich, dass auch verfahrensfreie Vorhaben das öffentliche Baurecht einhalten müssen. Vor der Bestellung sollten Sie deshalb prüfen:

  • Bebauungsplan: Baugrenzen, überbaubare Fläche und Regeln für Nebenanlagen gelten weiter.
  • Örtliche Bauvorschriften: Gestaltungssatzungen können Form, Farbe oder Material vorgeben. In Bremen entfällt die Verfahrensfreiheit für Terrassenüberdachungen dort sogar ganz.
  • Abstandsflächen: Ein Terrassendach am Haus gilt meist als Teil des Gebäudes — die Grenzprivilegien für Garagen gelten dafür in der Regel nicht.
  • Denkmalschutz: Ist Ihr Haus ein Kulturdenkmal oder liegt es in einer geschützten Gesamtanlage, brauchen Sie zusätzlich eine denkmalrechtliche Genehmigung.
  • Außenbereich: Garagen und Carports sind dort in fast allen Ländern nicht verfahrensfrei.

Übersicht nach Bundesland

Stand der Gesetzestexte: 17.09.2026. Zusammenfassung, keine Rechtsberatung — maßgeblich ist der verlinkte Wortlaut und die Auskunft Ihrer Bauaufsicht.

LandTerrassenüberdachung verfahrensfreiGarage / überdachter Stellplatz
Baden-Württemberg bis 30 m² Grundfläche, nur im Innenbereich; keine Tiefengrenze bis 50 m², mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Bayern bis 30 m² (Tiefengrenze seit 01.01.2025 gestrichen) bis 50 m², mittlere Wandhöhe bis 3 m und höchstens 9 m je Grundstücksgrenze (Art. 6 Abs. 7), nicht im Außenbereich
Berlin bis 30 m² und 3 m Tiefe bis 50 m², mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Brandenburg bis 30 m² und 4 m Tiefe, nicht im Außenbereich bis 50 m² je Baugrundstück; im Bebauungsplangebiet eingeschossig bis 100 m²
Bremen Terrassen mit Überdachung bis 30 m² und 3,50 m Tiefe — nicht im Geltungsbereich örtlicher Bauvorschriften bis 50 m² je Baugrundstück, nicht im Außenbereich
Hamburg Amtlicher Text bei unserer Prüfung nicht abrufbar — bitte bei der Bauaufsicht erfragen.
Hessen ohne Größengrenze: erdgeschossige Terrasse, Gebäudeklasse 1–3; vor Baubeginn Bescheinigung der statisch-konstruktiven Unbedenklichkeit Garagen bis 50 m² Grundfläche, Zufahrten bis 200 m²; Bauvorlagen vorher an die Gemeinde — Baubeginn 14 Tage nach Eingang, wenn sie kein Genehmigungsverfahren verlangt und keine vorläufige Untersagung beantragt
Mecklenburg-Vorpommern Amtlicher Text bei unserer Prüfung nicht abrufbar — bitte bei der Bauaufsicht erfragen.
Niedersachsen bis 40 m², wenn mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze (seit 01.07.2025) bis 60 m² je Baugrundstück, Höhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Nordrhein-Westfalen bis 30 m² und 4,50 m Tiefe bis 50 m² (seit 01.09.2026), mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Rheinland-Pfalz bis 50 m³ umbauter Raum, ebenerdig, unbeheizt, an Wohngebäuden der Gebäudeklasse 1–3, nicht im Außenbereich bis 50 m², mittlere Wandhöhe bis 3,20 m; nicht im Außenbereich und nicht in der Umgebung von Kultur- und Naturdenkmälern
Saarland ohne Größengrenze im Wortlaut bis 36 m² Bruttogrundfläche, mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Sachsen bis 30 m² und 3 m Tiefe bis 50 m² je Grundstück, mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Sachsen-Anhalt bis 30 m², keine Tiefengrenze bis 50 m², mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich
Schleswig-Holstein ebenerdige Terrassen: bis 30 m² und 3 m Tiefe «notwendige» Garagen bis 50 m², mittlere Wandhöhe bis 3 m
Thüringen bis 30 m² und 4 m Tiefe, nicht im Außenbereich bis 60 m² (seit 24.07.2026), mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich

Hessen im Detail

Die Hessische Bauordnung ist beim Terrassendach großzügiger als die meisten anderen: Nach Anlage zu § 63, Nr. 1.13, sind Überdachungen erdgeschossiger Terrassen an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 ohne Flächen- oder Tiefengrenze baugenehmigungsfrei. Die Bedingung steht in Abschnitt IV Nr. 3: Gebaut werden darf erst, wenn eine nach § 68 Abs. 3 Satz 2 HBO berechtigte Person die statisch-konstruktive Unbedenklichkeit bescheinigt hat.

Für Garagen bis 50 m² Grundfläche (Zufahrten bis 200 m², Nr. 1.2) gehen die Bauvorlagen vorher an die Gemeinde; 14 Tage nach Eingang darf gebaut werden, wenn sie weder ein Baugenehmigungsverfahren verlangt noch eine vorläufige Untersagung nach § 15 BauGB beantragt (Abschnitt IV Nr. 1). Carports nennt die Anlage nicht eigens; Garagen sind nach § 2 Abs. 11 HBO «ganz oder teilweise umschlossene Räume zum Abstellen von Kraftfahrzeugen» — ob Ihr Carport darunter fällt, klärt im Zweifel die Bauaufsicht.

Abstand zum Nachbarn in Hessen

Genehmigungsfrei heißt nicht abstandsfrei. Nach § 6 HBO braucht ein Gebäude vor seinen Außenwänden Abstandsflächen auf dem eigenen Grundstück: Tiefe 0,4 × Wandhöhe, mindestens 2,50 m (§ 6 Abs. 5, in Kraft seit 14.10.2025 — vorher 3 m; viele Ratgeber nennen noch den alten Wert). Hat ein Dach keine geschlossenen Wände, tritt an deren Stelle eine gedachte Fläche an der Vorderkante der Bauteile (§ 6 Abs. 1 Satz 7) — offene Seiten zählen also mit. Direkt an der Grenze, etwa beim Reihenhaus, ist ohne Abstandsfläche nur zu bauen, wenn das Planungsrecht dort Grenzbebauung verlangt oder — wenn es sie nur zulässt — öffentlich-rechtlich gesichert ist, dass der Nachbar anbaut (§ 6 Abs. 1 Satz 2); klären Sie das vorab mit der Bauaufsicht. Ob Ihr Grundstück in einem Bebauungsplan liegt, sehen Sie in den Planportalen der Städte — verlinkt auf unseren Stadtseiten, etwa Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Hanau, Darmstadt, Wiesbaden, Bad Homburg, Gelnhausen, Gießen, Wetzlar, Marburg, Aschaffenburg.

Regenwasser darf nicht auf das Nachbargrundstück tropfen oder dorthin abgeleitet werden (§ 26 Hessisches Nachbarrechtsgesetz). Bei ALUXIL läuft das Wasser über die Rinne innen durch die Pfosten ab — wohin es dann geleitet wird, planen Sie am besten zusammen mit dem Standort der Pfosten. Quellen: HBO, Lesefassung Oktober 2025, Nachbarrecht in Hessen (Justizministerium).

Zuständige Bauaufsicht und Schneelastzone für Ihren Ort finden Sie unter Standorte — nach Region: Rhein-Main, Taunus, Wetterau, Main-Kinzig-Kreis, Mittelhessen.

Bayern und Rheinland-Pfalz

Bayern hat zum 01.01.2025 die Tiefengrenze von 3 m gestrichen: Verfahrensfrei sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² (Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 g BayBO). Manche Übersichten zeigen die alte Tiefe noch. — In Rheinland-Pfalz zählt nicht die Fläche, sondern der umbaute Raum: bis 50 m³, ebenerdig und unbeheizt, an Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 (§ 62 Abs. 2 Nr. 2 LBauO). Für Aschaffenburg und Mainz finden Sie die zuständigen Behörden auf den Seiten Aschaffenburg und Mainz.

Wer außer der Bauaufsicht zustimmen muss

Eigentumswohnung: Ein Terrassendach ist in der Regel eine bauliche Veränderung — spätestens der Wandanschluss betrifft meist die Fassade und damit Gemeinschaftseigentum (was dazu zählt, regelt Ihre Teilungserklärung). Dafür braucht es einen Beschluss der Eigentümerversammlung oder eine Gestattung durch Beschluss (§ 20 Abs. 1 WEG). Verlangen können Sie die Gestattung, wenn alle Eigentümer einverstanden sind, die über das bei geordnetem Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden (§ 20 Abs. 3 WEG). Manche Ratgeber zitieren noch § 22 WEG — die Regel wurde 2020 durch § 20 ersetzt.

Mietwohnung oder gemietetes Haus: Ohne Erlaubnis des Vermieters geht es nicht. Einen gesetzlichen Anspruch haben Mieter nur für bestimmte Umbauten — Barrierereduzierung, Laden von E-Autos, Einbruchsschutz und Steckersolargeräte (§ 554 BGB); eine Terrassenüberdachung gehört nicht dazu.

Nachbarn: Eine Zustimmung ist nicht allgemein vorgeschrieben, aber Abstandsflächen und Nachbarrecht gelten — in Hessen etwa, dass kein Regenwasser auf das Nachbargrundstück gelangen darf (siehe oben).

Was wir beitragen

Statik und technische Unterlagen zum gewählten System — Skyline und Cantiline am Haus, Freeline freistehend als Carport — stellen wir für die Bauaufsicht bereit. Die Systemstatik ist für die Schneelastzonen 1 und 2 gerechnet; die Statik für Ihr Bauvorhaben auf Anfrage — welche Zone bei Ihnen gilt. Die Preise aller Systeme finden Sie unter Kosten.

Häufige Fragen

Fragen zur Baugenehmigung

Brauche ich für eine Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung?

Das regelt die Bauordnung Ihres Bundeslandes. In den meisten Ländern ist eine Terrassenüberdachung bis 30 m² verfahrensfrei, teils mit Tiefengrenze. Hessen und das Saarland nennen keine Größengrenze, Niedersachsen erlaubt 40 m² mit 3 m Abstand zur Nachbargrenze, Rheinland-Pfalz rechnet in Kubikmetern (50 m³). Verfahrensfrei heißt aber nicht, dass alles erlaubt ist: Bebauungsplan, Abstandsflächen und Gestaltungssatzungen gelten weiter.

Was gilt in Hessen?

Überdachungen erdgeschossiger Terrassen an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 sind nach der Anlage zu § 63 HBO (Nr. 1.13) ohne Größengrenze baugenehmigungsfrei. Vor Baubeginn muss eine dazu berechtigte Person die statisch-konstruktive Unbedenklichkeit bescheinigen (Abschnitt IV Nr. 3). Einen eigenen Grenzabstand nennt Nr. 1.13 nicht; es gelten aber die Abstandsflächen nach § 6 HBO — 0,4 H, mindestens 2,50 m (seit 14.10.2025, vorher 3 m).

Ist ein Carport genehmigungsfrei?

In den meisten Ländern sind Garagen einschließlich überdachter Stellplätze bis 50 m² außerhalb des Außenbereichs verfahrensfrei, meist mit höchstens 3 m mittlerer Wandhöhe. Abweichend: Niedersachsen und Thüringen 60 m², Brandenburg im Bebauungsplangebiet bis 100 m², Schleswig-Holstein nur für notwendige Garagen. In Hessen gehen die Bauvorlagen für Garagen bis 50 m² vorher an die Gemeinde; Carports nennt die HBO nicht eigens — Garagen sind nach § 2 Abs. 11 HBO «ganz oder teilweise umschlossene Räume». Ob Ihr Carport darunter fällt, klärt im Zweifel die Bauaufsicht.

Darf das Terrassendach an die Grundstücksgrenze?

Garagen dürfen unter Bedingungen an die Grenze — in Hessen mit höchstens 3 m mittlerer Wandhöhe, 25 m² Wandfläche je Nachbargrenze und 15 m Grenzbebauung insgesamt (§ 6 Abs. 10 HBO), in Bayern mit höchstens 3 m mittlerer Wandhöhe, 9 m je Grenze und 15 m insgesamt (Art. 6 Abs. 7 BayBO). Eine Terrassenüberdachung ist dagegen in aller Regel selbst ein Gebäude und hält die normalen Abstandsflächen ein — so beschreibt es etwa das Bauportal des Landes Nordrhein-Westfalen. Klären Sie grenznahe Vorhaben immer vorab mit der Bauaufsicht.

Brauche ich für ein Terrassendach an der Eigentumswohnung die Zustimmung der Eigentümer?

In der Regel ja: Ein Terrassendach ist eine bauliche Veränderung, und der Wandanschluss betrifft meist Gemeinschaftseigentum. Nötig ist ein Beschluss oder eine Gestattung durch Beschluss der Eigentümerversammlung (§ 20 Abs. 1 WEG); verlangen können Sie sie, wenn alle über das unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigten Eigentümer einverstanden sind (§ 20 Abs. 3 WEG). Was Gemeinschaftseigentum ist, regelt die Teilungserklärung.

Welche Unterlagen bekomme ich von ALUXIL?

Statik und technische Unterlagen zum gewählten System stellen wir für die Bauaufsicht bzw. für einen Antrag bereit. Die Prüfung, ob Ihr konkretes Vorhaben verfahrensfrei ist, bleibt Sache der zuständigen Behörde.