Pulverbeschichtetes Aluminium: Farben, Pflege und Kratzer
Eine Pulverbeschichtung ist ein eingebrannter Farbüberzug auf Aluminium. Sie macht die Profile farbig, glatt und pflegeleicht. Gepflegt wird sie mit Wasser, einem milden pH-neutralen Reiniger und einem weichen Tuch. Lösungsmittel, Scheuermittel und kräftiges Reiben schaden ihr.
Kurz gesagt
- Pulverbeschichtung: Ein Farbpulver wird elektrostatisch auf das vorbehandelte Aluminium gesprüht und im Ofen zu einer geschlossenen Schicht eingebrannt. Das Ergebnis ist farbig, glatt und witterungsbeständig.
- Farbe: Anthrazit ist am Haus der Klassiker. Schwarz, Weiß und Grautöne sind die gängigen Alternativen. Dunkle Profile werden in der Sonne wärmer als helle.
- Pflege: regelmäßig mit Wasser, wenig mildem pH-neutralem Reiniger und weichem Tuch abwaschen, gründlich nachspülen, nicht in praller Sonne (Herstellerempfehlung).
- Tabu: Lösungsmittel (z. B. Aceton, Verdünner), Scheuermittel, saure oder stark alkalische Reiniger, kräftiges Reiben.
- Kratzer: Oberflächliche Kratzer lassen sich mit passendem Ausbesserungslack kaschieren, tiefe Kratzer bis aufs Metall sollten zeitnah versiegelt werden. Unsichtbar wird eine Reparatur selten.
So entsteht eine Pulverbeschichtung
Aluminium bildet an der Luft von selbst eine dünne Oxidschicht. Sie ist aber porös, mattgrau und deutlich weniger widerstandsfähig als eine anodisierte (eloxierte) oder beschichtete Oberfläche. Für Terrassendächer und Carports wird Aluminium deshalb meist pulverbeschichtet. Das Verfahren läuft in drei Schritten:
- Vorbehandlung: Die Profile werden chemisch gereinigt und vorbehandelt, damit die Beschichtung dauerhaft haftet.
- Auftrag: Das Pulver wird mit Sprühpistolen unter Hochspannung elektrisch aufgeladen. Das elektrische Feld zieht die Partikel an das Werkstück, wo sie haften bleiben.
- Einbrennen: Im Ofen schmilzt das Pulver zu einem geschlossenen Film und härtet aus (Pulverbeschichten, Wikipedia).
Anders als bei Nasslack wird ein trockenes Pulver verarbeitet, nicht ein flüssiger Lack mit Lösungsmitteln. Wenn Ihnen die Qualität wichtig ist, fragen Sie beim Kauf, nach welchen Vorgaben beschichtet wurde. Weitere Punkte für den Kauf einer Aluminium-Überdachung haben wir gesondert zusammengefasst.
Wie sich pulverbeschichtetes Aluminium im Vergleich zu Holz und Stahl schlägt, lesen Sie im Ratgeber Terrassenüberdachung aus Holz oder Aluminium?.
Farbwahl: Anthrazit und Alternativen
Farben für Metallbauteile werden meist nach RAL-Nummern angegeben, zum Beispiel RAL 9005 Tiefschwarz oder RAL 9016 Verkehrsweiß. Daneben gibt es Farbtöne aus anderen Farbsystemen, etwa die DB-Farbtöne. Je nach Pulverhersteller können Glanzgrad und Struktur leicht variieren, deshalb lohnt sich ein Blick auf ein echtes Muster.
Worauf Sie bei der Wahl achten sollten:
| Kriterium | Dunkle Farben (Anthrazit, Schwarz) | Helle Farben (Weiß, Grau) |
|---|---|---|
| Wirkung | modern, tritt optisch zurück, passt zu dunklen Fensterrahmen | leicht, freundlich, passt zu weißen Fenstern und hellen Fassaden |
| Wärme | erwärmen sich in praller Sonne deutlich stärker | bleiben kühler |
| Schmutz | Staub und Wasserflecken eher sichtbar | Grauschleier, Blütenstaub und Algen eher sichtbar |
Tipps für die Entscheidung:
- Orientieren Sie sich an vorhandenen Bauteilen: Fensterrahmen, Haustür, Dachrinne, Zaun. Eine Farbe, die dort schon vorkommt, wirkt fast immer stimmig.
- Farbmuster draußen ansehen: Farben wirken im Tageslicht anders als auf dem Bildschirm, dunkle Töne wirken draußen oft heller.
- Gestaltungsvorgaben prüfen: In manchen Baugebieten oder Ortskernen regeln Bebauungsplan oder Gestaltungssatzung auch Farben. Im Zweifel beim Bauamt fragen.
Pflege
Eine Pulverbeschichtung braucht keinen Anstrich, aber gelegentliche Reinigung. Staub, Pollen, Vogelkot und Salzreste aus der Luft können die Oberfläche auf Dauer angreifen, wenn sie lange liegen bleiben. Die folgenden Hinweise stammen aus den Pflegeempfehlungen von Herstellern pulverbeschichteter Bauteile.
So geht's:
- Reines kaltes oder lauwarmes Wasser verwenden. Ein geringer Zusatz eines neutralen bzw. haushaltsüblichen pH-neutralen Reinigers ist möglich.
- Nur weiche, nicht scheuernde Tücher oder Lappen verwenden.
- Nicht kräftig reiben, sonst kann die Beschichtung matt werden.
- Nach der Reinigung gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Reste von Salzen, Säuren oder Laugen können sonst Korrosion auslösen.
- Nicht in direkter Sonne reinigen.
- Mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig sein.
- Wenn Sie nicht wissen, wie ein Mittel wirkt, testen Sie es zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Tabu:
- Lösungsmittelhaltige Produkte, zum Beispiel Aceton, Nitroverdünner, Fleckenwasser, Benzin
- Scheuernde oder kratzende Reiniger und Schwämme
- Saure oder stark alkalische Reiniger, zum Beispiel Kalklöser oder Fassadenreiniger
Für Fett, Ruß oder Kleberreste nennt die Herstellerempfehlung Isopropylalkohol als zulässiges Mittel, kurz angewendet und sofort mit Wasser nachgespült.
Wie oft? Das hängt von der Umgebung ab; in Meeresnähe, an stark befahrenen Straßen oder bei Industrie in der Nähe ist es öfter nötig. Praktisch ist es, die Profile gleich mitzureinigen, wenn Sie das Dach putzen. Wie das bei Glas geht, steht im Ratgeber Glasdach reinigen, für Kunststoffplatten im Ratgeber Stegplatten reinigen.
Kratzer und Ausbesserung
Eine Pulverbeschichtung ist robust, aber nicht unverwundbar. Kratzer entstehen meist bei der Montage, durch Leitern, Gartenmöbel oder Werkzeug.
Oberflächliche Kratzer, die nicht bis aufs Metall gehen, sind vor allem ein optisches Thema. Reinigen Sie die Stelle, lassen Sie sie trocknen und tupfen Sie bei Bedarf einen Ausbesserungslack im exakt passenden Farbton auf, etwa mit einem Lackstift. Fragen Sie den Hersteller Ihres Daches nach dem passenden Lack, denn RAL- und DB-Töne gibt es in leicht unterschiedlichen Glanzgraden und Strukturen.
Tiefe Kratzer bis auf das blanke Aluminium sollten Sie zeitnah versiegeln, damit an dieser Stelle keine Feuchtigkeit unter die Beschichtung kriecht. Aluminium rostet zwar nicht wie Stahl, an Kratzern, die bis aufs Metall reichen, kann aber fadenförmige Korrosion entstehen, die die Beschichtung unterwandert (Filiformkorrosion). Chloridhaltige Luft, etwa an Küsten oder durch Streusalz, begünstigt das (VFF-Merkblatt AL.01).
Was Sie lassen sollten:
- Kratzer «herauspolieren» oder schleifen. Das trägt die Beschichtung weiter ab und hinterlässt glänzende oder matte Flecken.
- Großflächig mit Sprühlack aus dem Baumarkt überlackieren, ohne Vorbehandlung. Das haftet schlecht und fällt auf.
Größere Schäden an einem tragenden Profil, etwa nach einem Anprall, gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Dann geht es nicht nur um die Optik, sondern darum, ob das Profil noch unbeschädigt trägt.
Hinweis: Eine Ausbesserung ist nie ganz unsichtbar. Bei sichtbaren Bauteilen kann ein Austausch des Profils die bessere Lösung sein. Klären Sie das vorher mit dem Hersteller.
Die vier ALUXIL-Farben
ALUXIL liefert alle Systeme aus pulverbeschichtetem Aluminium in vier Farben:
| Farbe | Bezeichnung | Hinweis |
|---|---|---|
| Anthrazit | RAL 7016 | ohne Aufpreis |
| Tiefschwarz | RAL 9005 | gegen Aufpreis |
| Verkehrsweiß | RAL 9016 | gegen Aufpreis |
| Graualuminium | RAL 9007 | gegen Aufpreis |
Den Aufpreis für die drei Sonderfarben und die aktuellen Lieferzeit-Angaben je Farbe zeigt der Konfigurator auf den Produktseiten.
Die Farbe wählen Sie auf der Produktseite des jeweiligen Systems, das 3D-Modell zeigt das Dach dann gleich in dieser Farbe. Mehr zu den Systemen unter Produkte, zum Beispiel beim wandmontierten Skyline.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pulverbeschichtung und Lack?
Nasslack wird flüssig mit Lösungsmitteln aufgetragen und trocknet an der Luft oder im Ofen. Pulverlack ist ein trockenes Pulver, das elektrostatisch aufgesprüht und im Ofen eingebrannt wird. Dabei schmilzt das Pulver zu einem geschlossenen Film. Für Aluminium im Außenbereich ist die Pulverbeschichtung weit verbreitet.
Was ist RAL 7016?
RAL 7016 (Anthrazitgrau) ist ein dunkler Grauton aus der Farbsammlung RAL Classic und im Metallbau sowie bei Fenstern weit verbreitet. Er passt gut zu dunklen Fensterrahmen und Türen. Weil Glanzgrad und Struktur je nach Pulver leicht abweichen können, sollten Sie für einen Farbabgleich ein echtes Muster ansehen. Bei ALUXIL ist Anthrazit RAL 7016 die Farbe ohne Aufpreis.
Heizt sich ein dunkles Terrassendach stärker auf?
Die Profile selbst ja. Dunkle Oberflächen nehmen mehr Sonnenstrahlung auf und werden heißer als helle. Für die Temperatur unter dem Dach ist aber vor allem die Eindeckung entscheidend: Klarglas lässt deutlich mehr Wärme durch als lichtstreuende Stegplatten. Mehr dazu im Ratgeber Hitze unter dem Terrassendach.
Womit reinige ich pulverbeschichtetes Aluminium?
Mit kaltem oder lauwarmem Wasser, wenig pH-neutralem Reiniger und einem weichen Tuch, danach gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Nicht in praller Sonne und nicht kräftig reiben. Tabu sind Lösungsmittel wie Aceton oder Verdünner, Scheuermittel und saure oder stark alkalische Reiniger.
Kann ich Kratzer selbst ausbessern?
Oberflächliche Kratzer ja: Stelle reinigen und mit Ausbesserungslack im passenden Farbton betupfen. Den passenden Lack bekommen Sie am besten beim Hersteller des Daches. Tiefe Kratzer bis aufs Metall zeitnah versiegeln. Nicht polieren oder schleifen. Schäden an tragenden Profilen gehören zum Fachbetrieb.
Welche Farbe zu Ihrem Haus passt, sehen Sie am einfachsten im Konfigurator auf den Produktseiten von Skyline, Cantiline und Freeline. Anthrazit gibt es ohne Aufpreis, Tiefschwarz, Verkehrsweiß und Graualuminium gegen Aufpreis.
Stand: November 2026. Im Zweifel gilt die Pflegeanleitung zu Ihrem Dach.
Weitere Antworten rund um Planung, Material und Kosten finden Sie im ALUXIL-Ratgeber.
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