Welche Größe für die Terrassenüberdachung? Breite, Tiefe, Höhe
Für einen Essplatz brauchen die meisten Terrassen gut 3 m Tiefe, für Lounge-Möbel eher mehr; in der Breite sollte das Dach mindestens die Terrassentür und die Fenster davor abdecken. Die Höhe an der Hauswand gibt vor, wie viel Gefälle möglich ist und wie hoch die Vorderkante wird.
Kurz gesagt: Faustregeln
- Tiefe: Tischtiefe plus Platz für die Stühle auf beiden Seiten plus Laufweg – für einen Esstisch ergibt das meist 2,5 bis 3,5 m. Dazu kommt Reserve für Schrägregen.
- Breite: mindestens Terrassentür und angrenzende Fenster, besser die ganze genutzte Terrassenfläche.
- Höhe: Die Vorderkante sollte bequem über Kopfhöhe liegen. Wie hoch sie wird, hängt von der Anschlusshöhe an der Hauswand und vom Gefälle ab.
- Größer ist nicht automatisch besser: Mehr Fläche bedeutet mehr Schatten im Wohnzimmer, mehr Pfosten, mehr Kosten – und je nach Bundesland eine Genehmigungspflicht.
Tiefe: Möbel, Laufweg, Regen von schräg
Die Tiefe ist das Maß von der Hauswand bis zur Vorderkante des Dachs. Sie entscheidet, ob Sie unter dem Dach wirklich trocken sitzen.
Möbel und Bewegungsfläche. Möbelhändler rechnen beim Esstisch mit rund 40 cm Tiefe je Gedeck und etwa 20 cm zusätzlich in der Tischmitte, also gut 1 m Tischtiefe. Zwischen Tischkante und Wand sollten rund 60 cm frei bleiben, damit man die Stühle zurückschieben kann; ist dort ein Laufweg, eher 1 m (baur.de, Ratgeber Tischgröße). Für einen Tisch quer zur Hauswand ergibt sich daraus:
| Bestandteil | Maß (Faustregel) |
|---|---|
| Abstand Hauswand – Tischkante (Stühle) | ca. 0,6 m |
| Tisch | ca. 1,0 m |
| Stühle und Laufweg zur Gartenseite | ca. 1,0 m |
| Summe | ca. 2,6 m |
Wer Sessel, eine Lounge-Ecke oder einen Grill unter dem Dach haben möchte, braucht deutlich mehr. Soll die Terrasse auch mit Rollstuhl oder Rollator gut nutzbar sein, hilft der Blick auf die Bewegungsflächen der Norm für barrierefreies Bauen (DIN 18040-2): 1,20 × 1,20 m für barrierefreie, 1,50 × 1,50 m für rollstuhlgerechte Nutzung (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Faltblatt Barrierefreiheit).
Reserve für Schrägregen. Regen fällt selten senkrecht. Eine einfache Regel: Bei Wind im Winkel von 45 Grad reicht die Nässe ungefähr so weit unter das Dach, wie die Vorderkante hoch ist. Bei 2,3 m Vorderkantenhöhe wird also der vordere Streifen von gut 2 m nass, wenn der Regen von vorn kommt. Deshalb lohnt es sich, die Möbel nicht bis an die Dachkante zu planen, sondern 50 bis 100 cm Reserve zu lassen – oder das Dach tiefer zu wählen, als die Möbel allein erfordern würden.
Sonne. Auch die Sonne kommt schräg. Im Hochsommer steht sie mittags in Frankfurt am Main rund 63 Grad hoch, zur Tag-und-Nacht-Gleiche etwa 40 Grad, um Weihnachten nur gut 16 Grad (timeanddate.de, Sonnenstand Frankfurt). Je tiefer das Dach, desto mehr Schatten bekommt die Terrasse – und desto weniger Licht fällt in die Räume dahinter. Wie sich das je nach Himmelsrichtung auswirkt, erklärt der Beitrag Terrassendach nach Himmelsrichtung.
Breite: Fensterfront und Terrassenfläche
Die Breite ist das Maß entlang der Hauswand. Drei Varianten sind üblich:
- Nur die Tür überdachen: schützt den Zugang und einen kleinen Sitzplatz. Bei Regen wird es eng.
- Tür und Fenster davor: der häufigste Fall. Die Fenster bleiben trocken und sauberer, und das Dach wirkt als Teil der Fassade.
- Die ganze Terrasse: sinnvoll, wenn die Terrasse breiter als die Fensterfront ist und Sie dort regelmäßig sitzen.
Achten Sie auf seitliche Hindernisse: Fallrohre, Außenleuchten, Kellerschächte, eine Hecke oder die Grundstücksgrenze. Beim Reihenhaus gibt meist die Grenze zum Nachbarn die Breite vor – dazu mehr im Beitrag Terrassendach für Reihenhaus und kleine Terrassen.
Mit der Breite ändert sich oft die Pfostenzahl. Mehr Pfosten heißen mehr Fundamente und mehr Unterbrechungen im Blick in den Garten. Ein Dach, das etwas schmaler ist und mit einem Pfosten weniger auskommt, kann deshalb die bessere Wahl sein.
Höhe: Wandanschluss und Durchgang
Die Höhe ergibt sich aus zwei Maßen:
- Anschlusshöhe an der Wand: Wo kann die Wandschiene sitzen? Darüber dürfen keine Fensterstürze, Rollladenkästen oder Markisen kollidieren, darunter muss die Terrassentür frei aufgehen. Oben begrenzen Dachrinne, Dachüberstand oder ein Balkon.
- Gefälle: Damit Wasser abläuft, fällt das Dach zur Vorderkante hin ab. Auf einer bestimmten Tiefe verliert es dadurch an Höhe.
Zur Orientierung, rein rechnerisch: Bei 3,4 m Tiefe fällt ein Dach mit 5 Grad Neigung um rund 30 cm, mit 8 Grad um knapp 50 cm. Bei 5 m Tiefe sind es entsprechend rund 45 bzw. 70 cm. Welche Neigung ein bestimmtes System braucht, steht in den Herstellerunterlagen.
Die Vorderkante sollte so hoch liegen, dass niemand den Kopf einzieht. Als grober Anhalt dient die Höhe einer Haustür von etwa 2 m. Liegt die Anschlusshöhe niedrig, wird die Vorderkante entsprechend niedriger – ein häufiger Grund, warum bei Bungalows oder Häusern mit tiefen Fensterstürzen ein weniger tiefes Dach besser passt.
Tipp: Messen Sie die Höhe von der fertigen Terrassenoberkante, nicht vom Rasen. Wird der Belag später erneuert oder angehoben, ändert sich die Durchgangshöhe.
Dachüberstand meint zweierlei: den Teil des Dachs, der vorne über die Pfostenreihe hinausragt, und den Abstand, um den das Dach seitlich oder vorne über die Terrasse hinausreicht. Ein Überstand über die Terrasse hinaus schützt die Terrassenkante vor Tropfwasser; ragt das Dach dagegen über die Grundstücksgrenze oder in einen Weg, gibt es Ärger.
Größe, Genehmigung und Kosten
Genehmigung. Viele Bauordnungen knüpfen die Verfahrensfreiheit an Fläche und teils an die Tiefe. Die Musterbauordnung nennt 30 m² und 3 m Tiefe; einige Länder haben andere Grenzen, Hessen etwa nennt für Terrassenüberdachungen an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 gar keine Größengrenze. In einem Land mit 3-m-Tiefengrenze ist ein 3,4 m tiefes Dach also nicht mehr automatisch verfahrensfrei. Prüfen Sie Ihre Wunschgröße deshalb vor der Bestellung in der Übersicht Baugenehmigung je Bundesland. Bebauungsplan und Abstandsflächen gelten unabhängig davon. Stand: Oktober 2026, keine Rechtsberatung.
Kosten. Mit der Fläche wächst der Materialbedarf: mehr Eindeckung, längere Profile und je nach Breite ein zusätzlicher Pfosten. Teure Eindeckungen wie Glas oder Solar machen den Größenunterschied stärker spürbar als Polycarbonat. Was jede Größe bei ALUXIL mit jeder Eindeckung kostet, steht als Festpreis auf der Seite Kosten einer Terrassenüberdachung.
Die Größen von Skyline, Cantiline und Freeline
ALUXIL bietet feste Größen an. Das macht Preise vergleichbar, heißt aber auch: Messen Sie vorher, ob eine der Größen zu Ihrer Terrasse passt.
| System | Bauart | Breite | Tiefe | Fläche | Pfosten vorne |
|---|---|---|---|---|---|
| Skyline | an der Hauswand, vorne auf Pfosten | 3,4 · 5,0 · 6,0 m | 3,4 m | ca. 11,6 · 17 · 20,4 m² | 2 bei 3,4 m Breite, 3 bei 5 und 6 m |
| Cantiline | Kragdach: hinten am Haus, vorne ein durchgehender Träger, das Dach kragt darüber | 5,0 · 6,0 m | 5,0 m | 25 · 30 m² | 2 oder 4 |
| Freeline | freistehend, als Carport für ein oder zwei Fahrzeuge | 3,0 · 6,0 m | 5,0 m | 15 · 30 m² | – |
Cantiline gibt es mit oder ohne Konsole; die Maße sind in beiden Fällen gleich.
Die Faustregel aus dem Abschnitt Tiefe hilft bei der Wahl: Für einen Essplatz reichen die 3,4 m von Skyline in der Regel aus. Wer eine große Terrasse mit Lounge und Esstisch komplett überdachen will, landet eher bei den 5 m Tiefe von Cantiline. Freeline ist als freistehendes Dach für Stellplätze ausgelegt.
Wie jede Größe vor Ihrem Haus aussieht, zeigt das 3D-Modell auf den Produktseiten – mit eingeblendeten Maßen, Explosionsansicht und Wasserablauf. Einen Überblick über alle drei Systeme gibt der Systemvergleich.
Häufige Fragen
Wie tief sollte eine Terrassenüberdachung mindestens sein?
Für einen Esstisch mit Stühlen auf beiden Seiten sind etwa 2,5 bis 3 m das Minimum. Darunter sitzt man bei Schrägregen schnell im Nassen. Für Lounge-Möbel, einen Grillplatz oder großzügige Laufwege planen Sie mehr Tiefe ein. Prüfen Sie zugleich, ob Ihr Bundesland für verfahrensfreie Dächer eine Tiefengrenze vorsieht.
Sollte das Dach breiter sein als die Terrasse?
Nicht zwingend. Wichtig ist, dass Terrassentür und genutzter Sitzbereich unter dem Dach liegen. Ein kleiner Überstand über die Terrassenkante schützt vor Tropfwasser. Ragt das Dach dagegen über die Grundstücksgrenze oder in einen Weg, entstehen Konflikte mit Nachbarn und Bauordnung.
Wie hoch muss die Vorderkante sein?
Eine feste Norm für private Terrassendächer gibt es nicht. Als Anhalt dient eine Durchgangshöhe von etwa 2 m wie bei einer Haustür. Die tatsächliche Höhe ergibt sich aus der Anschlusshöhe an der Hauswand minus dem Gefälle über die Dachtiefe. Messen Sie ab der fertigen Terrassenoberfläche.
Wird das Wohnzimmer bei einem tiefen Dach dunkler?
Ja, mehr Tiefe heißt mehr Schatten vor den Fenstern. Wie stark, hängt von Himmelsrichtung und Eindeckung ab: Klarglas lässt am meisten Licht durch, Polycarbonat streut es, Solarmodule beschatten teilweise. Vor dunklen Nordräumen kann ein weniger tiefes Dach oder Glas die bessere Wahl sein.
Welche Größen gibt es bei ALUXIL?
Skyline ist immer 3,4 m tief und 3,4, 5 oder 6 m breit. Cantiline ist 5 m tief und 5 oder 6 m breit. Freeline, das freistehende Dach für Stellplätze, gibt es mit 3 × 5 m für ein Fahrzeug und 6 × 5 m für zwei. Alle Größen sind mit Polycarbonat, Glas oder Solar-Eindeckung konfigurierbar.
Ihr nächster Schritt
Notieren Sie Breite, Tiefe und die mögliche Anschlusshöhe an der Hauswand. Wie Sie dabei vorgehen und welche Fotos helfen, steht im Beitrag Terrasse ausmessen fürs Angebot; die Reihenfolge aller Planungsschritte in der Checkliste zur Planung. Im 3D-Modell auf den Produktseiten sehen Sie jede Größe mit Maßen; Größe und Eindeckung wählen Sie direkt im Konfigurator.
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